✿ Leseprobe: "...und dann war da Steffen!" ✿

 

Huhu, heute habe ich eine kleine Leseprobe aus meinem neuen Kinderbuchprojekt "...und dann war da Steffen!" für Euch.

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...und dann war da Steffen!

 

Ganz vorsichtig blinzelt die Sonne durch die roten Jalousien. Vorbei an vollgestopften Regalen, in denen sich unzählige Bücher mit ihren spannenden und witzigen Abenteuern stapeln. Vorbei an einem Meer aus Stofftieren, die sich gleichermaßen auf dem Boden und dem Schreibtisch verteilen. Und vorbei an vielen kleinen Puzzleteilen, die sich um ein halb fertiges Puzzle tummeln. Sie schleicht über einen Berg aus Heften und Glitzer-Stiften, die aus dem Schulranzen ragen und kriecht unter der selbstgebauten Höhle aus Kissen und Wolldecken hindurch.

   Zielsicher dringt die Sonne vor bis zum Bett, sogar vorbei an der Bettdecke, wo sie auf ein müdes Gesicht trifft, dessen Mund sperrangelweit auf steht und ein schnarchendes Geräusch erzeugt.

   Sofort als das helle Licht auf die Augen fällt, runzelt sich die darüber liegende Stirn, die von einer Mähne aus langen, schwarzen Haaren bedeckt wird. Mit einem lauten Knurren verschwindet der Kopf unter der Bettdecke.

   Bald darauf öffnet sich mit einem unangenehmen Quietschen die Tür zum Kinderzimmer.

   „Guten Morgen, Pauline. Es ist Zeit aufzustehen“, ertönt es in unmittelbarer Nähe. „Na komm mein Schatz, du kommst sonst wieder zu spät.“

   Doch Pauline bleibt still liegen. Sie hofft, ihre Mutter würde dann einfach wieder gehen.

   Aber Mama geht nicht. Im Gegenteil, sie schleicht auf Paulines Bett zu und zieht die Bettdecke weg.

   „Oh nein, Mama, nicht!“, mault Pauline und rollt sich zu einem Knäuel zusammen.

   „Na hopp!“, fordert ihre Mutter sie erneut zum Aufstehen auf.

   Pauline greift nach ihrem Kissen und deckt sich, so gut es geht, damit zu. Leider ist so ein Kissen kein guter Decken-Ersatz. Entweder schauen die Füße noch heraus, oder die Schultern müssen frieren. So sehr sich das Mädchen auch bemüht, es passt einfach nicht unter dieses Kissen.

   Ihre Mutter beobachtet das einen Moment und nimmt ihr schließlich auch das Kissen weg. „Na los, unten wartet schon dein Frühstück.“

   Widerwillig setzt sich die Achtjährige auf und reckt und streckt sich den Schlaf aus jedem einzelnen Körperteil. Pauline hasst es morgens aufzustehen. Ihrer Meinung nach, sollte die Schule erst viel später anfangen; nach dem Mittagessen zum Beispiel.


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